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Im April 2005 entdeckte SPD-Chef Franz Müntefering dann plötzlich dieses „ ;neue“ Phänomen, das er „Heuschrecken“ nannte:
„Die verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten – sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“ Ein „Monster“ war geboren. Gruselig anzusehen und gefräßig.
„Private Equity ist gelebter Sozialismus. Unsere Investoren sind die großen Pensionskassen und Lebensversicherungen und damit Millionen von Menschen, die damit ihre Altersversorgung sichern.“, rechtfertigen die Anhänger von Hedge-Fonds und Beteiligungsgesellschaften ihre Geschäftspraktiken und gehen zum Gegenangriff über.
In den letzten 50 Jahren sind vor allem in den hoch entwickelten Industrieländern Mittelstandsgesellschaften entstanden, die über mehr Einkommen verfügen, als sie für ihren laufenden Lebensunterhalt benötigen. Im Zuge der Überalterung der industriellen Volkswirtschaften haben die wohlhabenden Mittelschichten für die Altersvorsorge und Notzeiten immense Finanzmittel angespart und versuchen nun, mit Hilfe von Finanzgeschäften diese zu mehren, zumindest aber zu erhalten. Mit diesen milliardenschweren Ersparnissen arbeiten heute die Finanzmärkte. Den Versicherungen, Banken und Fondsgesellschaften liefern sie den Rohstoff für kreditfinanzierte Übernahmen von oft gesunden Unternehmen oder für spekulative Geschäfte auf den Devisenmärkten, bei denen immer größere Risiken eingegangen werden. Insbesondere Hedge--Fonds und Private Equity lassen sich auf immer riskantere Geschäfte ein. Ihr Sinn und Zweck ist es, gewinnträchtige Anlagemöglichkeiten bereit zu stellen für liquides Kapital, das „schnelles Geld machen“ will. Die Einsätze werden immer höher und es sind vermutlich schon gefährliche Risiken für die Finanz- und Kapitalmärkte entstanden.




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