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Vor allem in den angelsächsischen Ländern, in den Vereinigten Staaten, im Vereinten Königreich von England und in Australien, ist dies in großem Stil geschehen. Die Verbraucher nutzen die höheren Häuserpreise dort, um ihre im „Preis“ stark gestiegenen Eigenheime und Immobilien mit immer höheren Krediten zu belasten.
Die US-Hausbesitzer haben im enormen Ausmaß Darlehen auf ihre Immobilien aufgenommen und das Geld in den privaten Konsum gesteckt – 600 Milliarden Dollar allein im Jahr 2004, mehr als sieben Mal soviel wie vor zehn Jahren. Fremdfinanzierungen von mehr als 100 Prozent sind nicht selten und decken auch noch einen Teil der Nebenkosten ab. Viele Banken verzichten zunächst auf Tilgungszahlungen oder gar auf einen Teil der fälligen Zinsen und verführen auf diese Weise ihre Kunden zur Kreditaufnahme. In jüngster Zeit wurden fast 50 Prozent aller Hypothekendarlehen mit variabler Verzinsung ausgestattet.
Die vermutlich anhaltend hohen Energie- und Rohstoffpreise werden das Risiko eines Konjunktureinbruchs in den Vereinigten Staaten eher vergrößern, denn sie schaden dem privaten Konsum in den USA.
Profitieren tun auf der anderen Seite die energie- und rohstoffreichen Schwellen- und Entwicklungsländer. Die angemessen hohen Preise geben ihnen die Möglichkeit, am weltweiten Wachstum teilzuhaben.
Nach dem Zusammenbruch der „New-Economy“ in den USA waren die Zinssenkungen politisch gewollt und das wichtigste finanzpolitische Instrument der US-Zentralbank und des US-Finanzministeriums zur Stabilisierung der Wirtschaft. Dieses ökonomische Stimulans wird in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen, denn es hat Spekulationsblasen erzeugte. Das „billige“ Zentralbankgeld der US-amerikanischen Notenbank wird in Zukunft bei wachsenden Schuldenbergen knapper gehalten werden müssen. Bis jetzt war es ein wichtiger, wenn nicht sogar „der Treibstoff“ des „künstlichen Konsum“ gesteuerten Wirtschaftsaufschwungs in den USA.



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