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Sie sind der geballten Finanzmacht von privaten Investoren und international aufgestellten Banken nicht gewachsen. Aber auch die Banken tragen ein großes Restrisiko. Eine Kettenreaktion könnte das labile Gleichgewicht dieser Finanzgeschäfte erschüttern und das gesamte Finanzgebäude in den USA und in der Welt ins Wanken bringen.
Das „billige Geld“ von der amerikanischen Notenbank hat immer mehr Amerikaner dazu verleitet, sehr großzügig Hypotheken aufzunehmen. Das bei den Banken geliehene Geld investieren sie in den Bau von Eigenheimen und in das Geschäft mit Immobilien. Da die Immobilienpreise in den letzten Jahren von einem Hoch zum andern eilten, schien es sich um eine sichere Vermögensanlage zu handeln, die zudem im Wert auf dem Immobilienmarkt immer mehr stieg. Dieser blähte sich immer mehr auf und seit einiger Zeit wird ernstlich befürchtet, dass sich eine so genannte „Immobilienblase“ entwickelt haben könnte, die vor dem Platzen steht.
Die Amerikaner fühlen sich immer reicher und scheuen immer weniger Risiko. Mit diesem „gefühlten Reichtum“ hat die Psychologie amerikanischer Verbraucher in die Wirtschaft endgültig Einzug gehalten und schiebt Kräfte an, die das konsumgetriebene Wachstum in den USA am Laufen halten.
Wenn der „Wert“ des Eigenheims auf dem Immobilienmarkt in kurzer Zeit um die Hälfte oder gar das Doppelte ansteigt, entsteht das Gefühl, daß die kreditfinanzierte Anschaffung eines Eigenheims eine gute Art der Vermehrung des privaten Vermögens ist. Das Gefühl trügt, denn in Wirklichkeit ist ein Anstieg der Immobilienpreise auf den Immobilienmärkten nicht mit dem realen Wert eines bewohnten Eigenheims und mit einem realen Vermögenszuwachs gleichzusetzen. Es entsteht dann häufig die Neigung, auf den erhöhten „Wert“ der Immobilie einen weiteren Kredit aufzunehmen und dieses Geld für den Konsum auszugeben.

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