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Daran habe China kein Interesse, sagte Bernanke, denn die Verflochtenheit und gegenseitige Abhängigkeit sei zu groß. (Auch China würde zu den Verlierern zählen und daran könne es kein Interesse haben.)
Nach Einschätzung Bernankes ist eine geordnete Rückführung des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits über einen längeren Zeitraum hinweg wahrscheinlicher als eine plötzliche Korrektur der globalen Ungleichgewichte, die beispielsweise durch einen scharfen Kursrutsch und Wertverlust des Dollars ausgelöst werden könnte. Mindestens zehn Jahre oder länger könne es aber dauern, ehe das Defizit wieder auf ein stabileres Niveau gesunken sein werde.
Bernanke hält eine Erhöhung der amerikanischen Sparquote als Beitrag der USA zu der notwendigen Anpassung für notwendig und fordert die Amerikaner zum Sparen auf. Der Appell des Notenbankers richtet sich sowohl an die privaten Haushalte, deren Sparquote im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit mehr als 70 Jahren negativ geworden ist. Die US-Verbraucher haben über die verfügbaren Einkommen hinweg auf ihre Ersparnisse zurückgegriffen, um den Konsum zu finanzieren.
Bernanke wandte sich auch an die US-Regierung und den Kongress und fordert sie auf, die Konsolidierung der Staatsfinanzen voranbringen, besonders auch angesichts der zu erwartenden Belastungen, die auf die staatlichen Krankenversicherungen und die Rentenversicherung in den kommenden Jahrzehnten zukommen.
Die Vereinigten Staaten sollen ihre Abhängigkeit von ausländischem Kapital verringern, sich weniger Geld leihen und stattdessen mehr sparen.
Nach Ansicht Bernankes muss die Konsolidierung in den Vereinigten Staaten begleitet werden von einer Erhöhung der Binnennachfrage in anderen Teilen der Welt und insbesondere in China mit einer Bevölkerung von 1,3 Mrd. Menschen. Dort solle nicht mehr so viel für den Export produziert werden, sondern in Zukunft mehr für den eigenen Binnenmarkt.

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