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Eine Neuausrichtung der Währungspolitik im Nahen Osten soll nach chinesischem Vorbild noch vor dem Jahre 2010 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt wollen die Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) ihre Währungen vereinheitlichen. Dem GCC gehören Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) an. Die Länder kontrollieren über die Hälfte der weltweiten Ölreserven. Immerhin 60 Prozent der GCC-Einnahmen stammen aus dem Ölgeschäft, das in Dollar abgewickelt wird. Die für 2010 angestrebte gemeinsame Währung soll den GCC-Staaten auch eine Belebung des Handels bringen. Zudem hoffen sie, dass das GCC-Geld Reservewährung für arabische und muslimische Länder werden könnte. Die einzelnen Länder wollen einen Teil ihrer Souveränität an eine gemeinsame Zentralbank abgeben, wie es auch schon in der europäischen Union in den Ländern der Euro-Zone funktioniert.
Solange der Dollar „sicher“ war und die Gefahr eines Wertverlustes nicht bestand, funktionierte das „Petro-Dollar-Recycling“ reibungslos und wurde von allen Seiten mehr oder weniger akzeptiert. Darüber hinaus gelang es den USA mit der Vorführung ihres Hightech-Waffenarsenals in realen Kriegen, ihren Geschäftspartnern die absolute „Sicherheit“ ihrer Währung und ihres Dollarsystems anschaulich zu demonstrieren, bis es jetzt zum militärischen Desaster im Irak gekommen ist.
Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Sieg über den „Kommunismus“ Anfang der 90er Jahre war den USA ihr Feindbild abhanden gekommen. Dennoch hält die politische Elite der USA weiterhin fest an einem überdimensionalen Militärapparat. Wovor haben die Eliten der Vereinigten Staaten so große Angst?
Nach dem 11.September 2001 gab der Kampf gegen den “internationalen Terrorismus“ der US-Regierung die Rechtfertigung, ihre militärischen Anstrengungen noch weiter zu verstärken und damit „Sicherheit“ sogar in Kriegszeiten vorzuspiegeln.


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