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Sicherlich ist er aber eine der Lehren aus den schmerzhaften Ereignissen um die Jahrhundertwende, als die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, 1997 ausgehend von Thailand, den ganzen ostasiatischen Raum erfasste, Russland mit in die Krise riss und nach Südamerika überschwappte. Ausgelöst und verschlimmert wurde die Krise durch panikartige Fluchtbewegungen von privatem Kapital, das in Form „kurzfristiger“ flüchtiger Kredite in vielen Schwellenländern investiert worden um des schnellen Profits willen.
Heute bieten Währungsreserven und der Besitz amerikanischer Staatsanleihen Schutz und Sicherheit in einer unsicheren Zukunft.
Deutschland ist mit einem Überschuss von fast 100 Mrd. US-Dollar auch ein Nettokapitalexporteur, wobei aber der größte Teil der Mittel in andere Länder des europäischen Währungsraums fließt. Die europäische Währungsunion als Ganzes weist einen kleinen Überschuss gegenüber dem Rest der Welt auf.
Die Bedeutung der Ölförderländer für die Finanzierung der globalen Leistungsbilanzdefizite und insbesondere des Defizits in der amerikanischen Leistungsbilanz hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Die im Golf-Kooperationsrat (GCC) zusammen geschlossenen Länder haben im Jahr 2005 einen Leistungsbilanzüberschuss von rund 200 Milliarden Dollar erzielt, nach knapp 100 Mrd. Dollar im Jahr 2004 und knapp 60 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor.
Kapitalzuflüssen aus den Ölländern und die wachsende Abhängigkeit Amerikas von den unruhigen Staaten des Nahen Ostens können mittelfristig erhebliche Risiken für die Stabilität des US-Dollars mit sich bringen. Anders als die ostasiatischen Notenbanken, die mit dem Kauf von US-Staatsanleihen und von Währungsreserven Finanz- und Wirtschaftspolitik betreiben und ihre Währung stabil halten, geht es den Ölexporteure bei ihren Anlagenentscheidungen in den USA primär um die Erzielung von Gewinnen und Renditen.

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