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China hat aus diesen Fehlern gelernt und wird mit Sicherheit seine Währung, wenn überhaupt, nur ganz behutsam aufwerten.
In der ostasiatischen Region haben Notenbanken insgesamt 2,4 Billionen Dollar Währungsreserven angesammelt. Das entspricht weit mehr als der Hälfte aller Währungsreserven der Welt. Es gibt Schätzungen vom Baseler Institut für Zahlungsausgleich (BIZ), dass der Anteil an Dollar-Wertpapieren knapp zwei Drittel (64 Prozent) beträgt. Das ist deutlich mehr als der Anteil Amerikas an der Weltwirtschaft von rund einem Drittel (30 Prozent).
Heute finanzieren Schwellenländer und Staaten des Nahen Ostens die USA, das reichste Land der Welt. Die meisten Länder, die heute Leistungsbilanzüberschüsse aufweisen, waren 1996 noch Defizitländer. Damals lebten diese Länder zum Teil weit über ihren Verhältnissen und nahmen „kurzfristige“ Kredite auf in der Hoffnung, so zu schnellem Reichtum zu kommen. Sie gaben damals weit mehr Geld, aus als sie tatsächlich besaßen.
Ende der 90er Jahre verfügten die USA noch über gewisse Überschüsse in den Bilanzen. Jetzt aber sind die Vereinigten Staaten zu Schuldnerländern geworden.
An erster Stelle der wichtigsten Kreditgeber der USA steht Japan, ein enger Verbündeter der USA, das 2004 einen Leistungsbilanzüberschuss von über 170 Mrd. US-$ generiert hat. An zweiter Stelle steht der Nahe Osten mit einem Überschuss von 110 Mrd. $ oder fast 14% des BIP dieser Region. In der Reihe der Geldgeber folgen China, Russland und die Schweiz. Die ostasiatischen Tiger-Staaten tragen zusammen weitere 90 Mrd. Dollar bei. Selbst Lateinamerika ist zum Kreditgeber geworden, seitdem Länder wie Brasilien und Argentinien Überschüsse erzielen.
Bei den Schwellen- und Entwicklungsländern ist ein Umschwung von Leistungsbilanzdefiziten zu Leistungsbilanzüberschüssen zu beobachten, der zum Teil politisch gelenkt ist.

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