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Wohin die repatriierten Mittel genau fließen, wird im Einzelnen nicht genau nachgeprüft. Ein wesentlicher Teil fließt aber nicht in die Schaffung neuer Jobs, sondern in Aktienrückkäufe und damit am Steuerzahler vorbei zurück in die Taschen der Aktionäre.
Aktienrückkäufe dienen vielen Konzernen zur „Kurspflege“. Durch die Verringerung der frei handelbaren Aktien steigt der Wert der einzelnen Aktie und mehrt so den Reichtum der Aktionäre.
Viele Industrieunternehmen erwirtschaften mit Kostensenkungen durch Auslagerung der Produktion große Gewinne, wenn sie sich gleichzeitig bei Neuinvestitionen zurückhalten. Das verschafft ihnen hohe Bargeldbestände und somit hohe Liquidität. Angesichts des starken Gewinnwachstums und hoher Barreserven kaufen zahlreiche amerikanische Unternehmen verstärkt eigene Aktien zurück.
Allein 2004 hatten amerikanische Unternehmen Rückkäufe im Umfang von fast 250 Milliarden Dollar getätigt. Insgesamt, so schätzen Analysten, hielten die Industriefirmen im Standardwerte-Index S&P 500 Ende Mai die Rekordsumme von 630 Mrd. Dollar in „Liquidität“. Sie schwimmen gewissermaßen in flüssigem Bargeld und füllen mit dem Geld die Taschen der Aktionäre. Der Liquiditätsüberschuss beträgt fast acht Prozent ihres gesamten Marktwertes.
US-Firmen sitzen derzeit nicht nur im eigenen Land auf berstenden Kassen, sondern haben auch im Ausland riesige Gewinne geparkt. Die im Ausland erwirtschafteten Gewinne werden auf über 500 Mrd. Dollar geschätzt. Neben Unternehmen wie Exxon oder BP verfügen so unterschiedliche Konzerne wie Pfizer, die Philip Morris, Boeing, Lockheed, Microsoft, Intel, Hewlett-Packard und IBM über riesige Liquiditätspolster.
Microsoft beglückte seine Aktionäre mit der Ausschüttung einer Sonderdividende über 30 Mrd. Dollar und will zwischen 2005 und 2008 weitere 30 Mrd. Dollar in den Rückkauf eigener Aktien investieren.

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