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Wovon soll ein Land existieren, wenn die Menschen sich gegenseitig die Haare schneiden, sich mit dem Taxi befördern, mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen oder sich in Fitnessstudios verwöhnen lassen?
„Wertschöpfung“ ist im Grunde etwas anderes als „Dienstleistungen erbringen“. Produktion ist nicht das gleiche wie Konsumption. Zuerst müssen Güter produziert werden, wenn ein Bedarf besteht, und erst danach können sie konsumiert werden, wodurch wieder neue Nachfrage entsteht.
Die Arbeitsplätze im verarbeitenden, Güter und Werte schaffenden Gewerbe verringerten sich dem Washingtoner Arbeitsministerium zufolge in den zurückliegenden fünf Jahren in den USA um mehr als 25 Prozent auf 14 Millionen.
Die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Übersee in Niedriglohnländer ist einer der Wege, mit dem die US-Wirtschaft nicht erst seit den ökonomischen Turbulenzen um die Jahrhundertwende versucht hat, aus ihrer allgemeinen Krise herauszukommen. Unternehmen wie General Motors, General Electric oder IBM verlagern seit Jahrzehnten, aber in letzter Zeit verstärkt Arbeitsplätze in Länder mit billigen Arbeitskräften.
Ein anderer finanzpolitischer Weg der Krisenbewältigung war die massive Senkung der US-Leitzinsen bis 2004 auf fast null Prozent. Kredite gab es für unnatürlich niedrige Zinsen. Geld gab es für umsonst. Die amerikanischen Verbraucher brauchten nur zur Bank gehen und sich das Geld dort abholen oder es aus dem Geldautomaten ziehen. Dadurch wurde der Konsum erst so richtig angeheizt. Die amerikanischen Verbraucher kauften billige Waren aus Übersee und luden sich immer mehr Schulden auf.
Sie kauften vor allem auch chinesische Waren. Die sind von guter Qualität und dazu auch noch preisgünstiger als in den USA produzierte Waren, besonders für die amerikanischen Bürger mit schmalerem Geldbeutel, die bevorzugt bei Wal-Mart und in Supermärkten einkaufen.


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