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Als Begründung wird angeführt, dass der Wert der chinesischen Währung in den vergangenen Jahren viel stärker zugenommen hat, als es im Wechselkurs zum Ausdruck kommt. Der chinesische Yuan sei im Verhältnis zum Dollar um fast ein Drittel „stärker“ geworden und sei heute mindestens 27 Prozent unterbewertet. Wenn China seine Währung frei „floaten“ lasse und dem freien Spiel der Marktkräfte überlasse, dann werde der „Markt“ den Wert des Yuan aus sich heraus korrigieren und wieder ins Lot bringen.
Mit chinesischer Hilfe und gegebenenfalls mit protektionistischen Zwangsmaßnahmen sollen Arbeitsplätze in der amerikanischen, verarbeitenden Industrie vor einer Verlagerung ins Ausland geschützt werden. Durch währungspolitische Maßnahmen soll der Absatz chinesischer Waren in den USA um bis zu einem Drittel verringert werden. Die Chinesen würden dann teuer bezahlen für eine in der Arbeitsmarktpolitik offensichtlich gescheiterte neoliberale Wirtschafts- und Finanzpolitik der USA.
Diese garantiert, dass sich US-Unternehmen und amerikanisches privates Kapital auf dem freien Weltmarkt jederzeit und überall hin frei bewegen dürfen, wo immer sie meinen, den größtmöglichen Gewinn erwirtschaften zu können.
Dieses neoliberale Postulat einer angloamerikanischen Variante von „Globalisierung“ hat in der Struktur des gesamten amerikanischen Wirtschaftsgefüges tiefgreifende und folgenschwere Spuren hinterlassen.
Die „Produktion“ in großen Teilen der gewerblichen Wirtschaft der USA ist unaufhaltsam dabei, das Land zu verlassen und zunehmend folgen ihr auch die Zuliefererbetriebe und die „Entwicklung und Forschung“.
Zurück bleibt das Dienstleistungsgewerbe und wächst und gedeiht und wird immer mehr zum wichtigsten Teil der Wertschöpfung der amerikanischen Volkswirtschaft.
Dennoch drohen die Industriestaaten „auszubluten“.

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