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Die Asienkrise Ende der 90er Jahre hat China nicht nur gut überstanden, sondern ist infolge einer Politik, die sich nicht hat von außen unter Druck setzen lassen, gestärkt aus den Währungs- und Wirtschaftsturbulenzen hervorgegangen.
Zur Zeit gibt es wenig Gründe, nicht zu erwarten, daß dieser Wachstumskurs auch in Zukunft anhalten wird. Chinas Unternehmen sind in der Lage, hochwertige und preisgünstige Güter auf hohem technischem Niveau zu produzieren. Diese Waren sind in Preis und Qualität auf dem Weltmarkt bestens konkurrenzfähig. Produkte wie Textilien, Schuhe, Kinderspielzeug und elektronische Geräte, Fernseher und PC-Monitore haben große Anteile am Weltmarkt erobert. China beliefert viele weniger betuchten Menschen rund um den Globus mit bezahlbaren Gütern guter Qualität für den täglichen Bedarf und hilft, die Inflation weltweit auf einem niedrigen Niveau zu halten. China besitzt eine Industrie mit hoher Wertschöpfung, die Güter für einen riesigen, zu zwei Drittel noch ungesättigten Binnenmarkt produzieren kann.
In den letzten zwei Jahrzehnten ist eine chinesische Mittelklasse mit fast 300 Milliarden Menschen herangewachsen, deren Lebensstandard schon jetzt zum Teil mit dem in den reichen Industrieländern vergleichbar ist. Die chinesische Mittelklasse umfaßt in etwa so viele Menschen, wie in den USA leben.
Auf der andern Seite gibt es in China noch Hunderte Millionen Menschen, die von dem Wohlstand des „chinesischen Wirtschaftswunders“ bis heute kaum etwas abbekommen haben. Diese Menschen sind größtenteils Bauern, leben in den ländlichen, wirtschaftlich noch wenig entwickelten Gebieten und über 120 Millionen von ihnen ziehen als Wanderarbeiter in die boomenden, eher städtisch geprägten Regionen an der Ostküste Chinas, um ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Sie arbeiten noch weitgehend ohne sicheres soziales Netz und überweisen ihren Angehörige in den wirtschaftlich rückständigen Gebieten einen großen Teil ihres Lohns.


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