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Selbst die private amerikanische Zentralbank FED mit ihrem neuen Vorsitzenden B. Bernanke und die US-Regierung fordern neben der EU und großen Teilen des IWF und der Weltbank, neuerdings China und andere Schwellenländer immer mehr dazu auf, diese neue eher nationale Politik der „Stärkung der Binnennachfrage“ zu betreiben, um die globalen Ungleichgewichte zu reduzieren, zumindest aber nicht noch weiter ansteigen zu lassen.
Es scheint, als würden in einer Zeit der weltweiten Realität der kapitalistischen Produktionsweise die globalen Ungleichgewichte ökonomischen Gesetzen folgend zu einer Lösung drängen, die vorwiegend den Völkern der Schwellen- und Entwicklungsländer zu Gute kommt, während gleichzeitig darüber spekuliert werden kann, ob sich die USA längerfristig auf der Verliererseite der vor allem von ihnen betriebenen Version einer neoliberalen Globalisierung wieder finden werden.
Entscheidend allerdings wird sein, ob diese Entwicklung friedlich verläuft, denn niemand kann voraus sehen, wie ein verwundetes Tier reagiert, auch wenn es vielleicht nur ein „Papiertiger“ ist. Die ökonomische und auch die politische Handlungsfähigkeit der USA leiden schon heute und ihre Abhängigkeit von den wachsenden Volkswirtschaften der „Dritten Welt“ vergrößert sich von Jahr zu Jahr.
Überall dort, wo das Vertrauen in die ökonomische Stärke der USA und in die Ideologie des neo-liberalisierten Weltmarktes schwindet, scheint China mit neuen Ideen einer staatlich regulierten und "gezähmten Globalisierung" das entstehende Vakuum auszufüllen.
An der Seite der Entwicklungsländer scheint China sich wohler zu fühlen als etwa in der OECD, dem Club der Industriestaaten. In der „G20“, dem Forum der Schwellen- und Entwicklungsländer, bietet China sein Modell eines globalen Weltmarktes erfolgreich an als wärmere und realistische Alternative zu der eher kalten und krisenanfälligen neoliberalen Wirtschafts- und Finanzpolitik der USA.


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