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„Koordination und Kooperation in wichtigen internationalen Fragen wird den Entwicklungsländern helfen, ihre legitimen Rechte und Interessen durchzusetzen.“ betonte Präsident Hu Jintao und forderte größere Hilfsbereitschaft von den entwickelten Ländern.


Der Schuldenerlaß für die ärmsten Länder wurde durchgesetzt.


Im Zuge dieser Auseinandersetzungen in der Welthandels-Organisation (WTO) wächst auch die Bedeutung der ärmsten Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Es ist für die Entscheidungsfindung wichtig geworden, sie als Verbündete zu gewinnen. In der Handelsorganisation kann nur einstimmig entschieden werden, und die Entwicklungsländer reagieren immer gereizter, wenn nur die Großen sich treffen. Die WTO ist die demokratischste supranationale Organisation der Welt. Die USA haben die gleichen Stimmrechte wie Tansania. Da Beschlüsse nur einstimmig gefasst werden dürfen, können die ärmeren Länder ihr Gewicht in die Waagschale werfen, wenn sie geschickt und geschlossen vorgehen.
Immerhin einigte sich die WTO schon jetzt darauf, dass die Industrieländer den am wenigsten entwickelten Staaten bis 2008 einen weitgehend zoll- und quotenfreien Marktzugang gewähren. Die Finanz- und Wirtschaftsminister der 184 Mitgliedstaaten des Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Weltbank haben sich zudem gemeinsam darauf geeinigt, den ärmsten Entwicklungsländern zum Jahresende 2005 bis zu rund 56 Milliarden Dollar an ausstehenden Schulden zu erlassen. Für 97 Prozent ihrer Produkte sollen die ärmsten Länder keine Einfuhrzölle mehr bezahlen müssen und auch keinen Quoten unterliegen. Gegenleistungen wurden für dieses Zugeständnis der Industriestaaten an die ärmsten Länder der Welt nicht erbracht.
Damit wurde die von den Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G 8) im Sommer 2005 auf dem Gipfeltreffen getroffene Vereinbarung tatsächlich ins Werk gesetzt.

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