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Wenn die Regierung die Staatsausgaben weiter erhöht und für Investitionen im sozialen Bereich verwendet, braucht sich nicht mehr so sehr vor den in der westlichen Presse viel beschworenen sozialen Unruhen in der Bevölkerung zu fürchten. Die chinesische Regierung hat in der letzten Zeit eine Zunahme der Unzufriedenheit in der Bevölkerung zur Kenntnis genommen und macht sich nun hoffentlich daran, die Ursachen der berechtigten Kritik an vorhandenen Missständen zu beheben.
Nach derzeit im Lande vorherrschender Meinung hat eine weitgehend entfesselte kapitalistische Produktionsweise im Rahmen einer Politik des zügellosen wirtschaftlichen Wachstums in den letzten zwanzig Jahren zu massiven Ungleichgewichten auf globaler, aber auch auf nationaler Ebene geführt.
In China haben sich große Ungleichgewichte zwischen Arm und Reich, zwischen den entwickelten und zurückgebliebenen Regionen, zwischen Bedürfnissen der Bevölkerung nach einer sauberen und gesunden Umwelt und einer Politik unbegrenzten Wachstums herausgebildet. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums war weder sozial gerecht noch nachhaltig genug. Die Ursachen der entstandenen Widersprüche scheinen erkannt und die politische Korrektur der Ungleichgewichte wird hoffentlich eingeleitet.
Die ökonomische Grundlage für das angestrebte Konzept des Aufbaus einer „harmonischen Gesellschaft“ scheint in China heute vorhanden zu sein.
Neben einer modernen, leistungsfähigen Industrie, die dynamisch wächst, sich im Wettbewerb auf den Weltmärkten erfolgreich behauptet und weltweiten Handel treibt, besitzen die Chinesen, dank einer bisher umsichtigen und soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik, ein hohes privates Sparvermögen von über sechs Billionen Dollar, riesige Währungsreserven in Höhe von über 900 Mrd. Dollar und 250 Mrd. Dollar schwere US-Staatsanleihen.


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