vorherige Seite 127 ◊ ◊ nächste Seite 129

Impressum // Links // Inhaltsverzeichnis






nächste Seite 129
Für Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei bleibt ein Anteil von 13 Prozent (vorher: 15%). Chinas Abhängigkeit von seiner Industrie ist geringer als bisher angenommen wurde. Auch das Verhältnis von Investitionen und BIP liegt jetzt bei weniger als 40 Prozent (bisher: 47 %).
Gerade mit Blick auf den Fünf-Jahres-Plan, der im März 2006 verabschiedet wurde, benötigte die Regierung in Peking eine verlässliche Statistik und eine gute Datengrundlage für die neue Politik. Die vorliegenden ökonomischen Daten stützen die politische Neuausrichtung und das Vertrauen der Politiker, wenn sie eine verbraucherfreundliche Politik im eigenen Lande gestalten und den Service-und Dienstleistungssektor weiter stimulieren.
Die Stimulierung der Binnennachfrage und damit die Bekämpfung der Armut einer Hunderte von Millionen zählenden Bevölkerung ist heute in China der Weg, um aus der Exportlastigkeit des wirtschaftlichen Wachstums und um aus der Abhängigkeit der chinesischen Industrie von dem amerikanischen Markt herauszukommen. Das scheint der einzig gangbare chinesische Beitrag zum Abbau der globalen Ungleichgewichte zu sein.
Vorraussetzung dafür wiederum ist die Hebung der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten. Eine angemessene Anhebung der Löhne, die die steigende Produktivität berücksichtigt, und die Gestaltung eines gerechten Steuerwesens, das die Reichen nicht von den Abgaben befreit und aus der Verantwortung für das Gemeinwohl entlässt, sind große Aufgaben, die in China jetzt in Angriff genommen werden.
Wenn das soziale Netz, das Gesundheitswesen und die Altersvorsorge ausgebaut und zum großen Teil auch über Staatsausgaben finanziert werden, kann eine Absenkung der hohen Sparquote in China von derzeit 45% erreicht werden. Die Menschen müssen dann nicht mehr so große Angst vor einer ungewissen Zukunft haben und sind nicht mehr gezwungen, so viel zu sparen, weil sie dann mehr soziale Sicherheit haben.


- 128 -