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Konsumgetriebenes Wirtschaftswachstum um jeden Preis war der Weg aus der Krise, besonders seit dem 11. September 2001.
Die Amerikaner finanzieren das sich zunehmend vergrößernde Leistungsbilanzdefizit mit den Kapitalströmen und Krediten aus China und anderen Ländern, besonders auch aus Japan und aus dem Nahen Osten. Daneben hält die (noch) große ausländische Nachfrage nach US-Staatsanleihen deren Preis hoch, was im Gegenzug die Zinsen senkt. Die US-Regierung bekommt so Kredite zu günstigen Zinsen und die amerikanischen Verbraucher können sich zu viel niedrigeren Kosten verschulden, als dies sonst der Fall wäre. Das Geld geben sie aus. Der Konsum unterhält die Wirtschaft und das Wachstum. Das Angebot befriedigt die Nachfrage. Die Weltwirtschaft wächst.
Die chinesische und die amerikanische Wirtschaft sind im Laufe der Jahre immer enger miteinander verflochten und beide Seiten haben ein Verhältnis gegenseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit ausgebildet, in dem sie nun beide befangen sind. Jede Seite ist nur beschränkt handlungsfähig. Sie muß versuchen, die Reaktion der anderen Seite im vorraus abzuschätzen, wenn sie sich nicht selbst schaden will. Schadensbegrenzung kann nötig werden, wenn man dieses ineinander verzahnte, wirtschaftliche Verhältnis zwischen der reichsten und mächtigsten Nation der Welt und der bevölkerungsreichsten und am schnellsten wachsenden Nation zu stark belastet oder gar bricht.
Wenn Symbiose „ein dauerhaftes Zusammenleben verschiedenartiger – einander speziell angepasster – Organismen“ beschreibt, sind die USA mit China ein enges symbiotisches Verhältnis im Wirtschafts- und Finanzbereich eingegangen, dessen Folgen erst jetzt im Mit-Wachstum der globalen Ungleichgewichten zu Tage treten.


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